Jemand fragt mich in den ersten drei Wochen des Jahres, wie es mir geht. Ich antworte: Verdammt gut. Ich bin mit neuer Energie ins (Schreib-)Jahr gestartet. Ich hab über Weihnachten und Silvester keine müde Zeile geschrieben. Auch keinen Jahresrückblick, wie ursprünglich geplant.
Bevor ich in den Januar tauche, ein Schulterblick: 2025 war für mich das Jahr der Beständigkeit. Ich bin nicht umgezogen, habe keinen Job gewechselt und keine neuen Projekte begonnen. Für viele normal, für mich etwas Neues: Routine. Mein Fazit: Hat sich gelohnt. Ich habe 2025 meinen Romanentwurf fast verdoppelt. Noch weniger gehadert, viel mehr Spaß gehabt. Das ist alles, was ich noch zu meinem Jahr 2025 sagen will – und das fühlt sich gut an.
Energie im Januar
Umso mehr Stoff gibt es zum Januar 2026. Woher kam die Energie? Sicher zum einen von der Schreibpause. Zum anderen habe ich eine glutenfreie Ernährung ausprobiert. Es hilft – leider! Ich liebe Brötchen, Gebäck, Kuchen (besonders trockenen, einer der Fun Facts, auf die ich am meisten angesprochen wurde :-D). Aber ich habe seit Jahren mit Erschöpfung und gelegentlichen leichten Muskel- und Gelenkschmerzen zu kämpfen, für die es keine Erklärung gibt. Gluten kann diese Symptome hervorrufen. Also probiere ich die glutenfreie Ernährung aus. Und siehe da, ich wache morgens auf und hab tatsächlich Energie! (Wichtig zu wissen: Es sieht aus wie ein Zusammenhang, muss aber keiner sein. Ich mache noch einige andere Dinge, die gegen Erschöpfung helfen.)

Planung im Januar
Was mir noch krass viel Energie gegeben hat: Meine Jahresreflektion, ein Warum und neue Ziele.
- Zum ersten Mal hat mir mein Bullet Journal eine Rückschau auf jeden Monat in 2025 geliefert. Vor einem Jahr wollte ich mit dem Führen eines BuJos mehr Klarheit über meine Werte und Ziele gewinnen. Das hat geklappt! Es war sehr wertvoll zu sehen, dass ich 2025 mehr von den Dingen gemacht habe, die mir wichtig sind – und was ich alles für mich persönlich erreicht habe. Rückenwind für 2026!
- Ich habe beim Workshop „Plan dein Romanjahr“ der Romanschule reingeschaut und mir Sätze aufgeschrieben wie „Ich will täglich an Geschichten schreiben, die Menschen berühren.“ Ja, deswegen setze ich mich an den Schreibtisch!
- Und ich habe mir konkrete, zeitlich feste Ziele für 2026 gesetzt. Ich werde nämlich dieses Jahr einen Rohentwurf daliegen haben. Ich werde den letzten Satz geschrieben haben. Ja, das werde ich! (Man merkt gaar nicht, wie ich mich gerade selbst ganz langsam an den Gedanken gewöhne :D)
Und dann, meine Lieben, geht es an die Überarbeitung, die vor mir steht wie ein zähnefletschendes Monster, das mich zerreißen will. Aber das werde ich nicht zulassen. Ich wappne mich. Ich suche mir gerade professionelle Hilfe. Professionelle Hilfe, die mit mir das Monster zum Babydino schrumpft. Sodass ich all die Seiten, die Szenen, die Sätze trimmen und striegeln und entfalten kann, bis sich, ganz scheu, ein Buch aus dem Dickicht wagt.
Auch das bin ich im Januar angegangen. Zum Glück gibt es Lektor*innen und Autor*innencoaches, die mir dann helfen, wenn ich doch einen Monster-Moment habe. Das Buch vor lauter Sätzen nicht sehe.
Januar voller Schneemänner und Enten
Apropos Dino: Ich habe im Januar einen Schneedino gesehen. Und viele, viele Schneemänner. Die sonst grau-grüne Umgebung hat sich verwandelt: In eine Zauberlandschaft aus Figuren und Formen und spiegelglatten Flächen.







The Downside: Fahrradfahren, mein Hauptfortbewegungsmittel, wird zu: Einmal hinfallen, Fahrrad schieben, viel laufen und nur gelegentlich wie auf rohen Eiern fahren. Aber das ertrage ich, bei so einer willkommenen Abwechslung.




Enten sind mein Hauptmotiv, wenn ich zuhause bin – und das war ich im Januar. Ich gebe es zu, sie sind einfach leicht vor die Linse zu bekommen. Sie denken: Gleich gibt’s was zu Futtern von dem Zweibeiner. Gibt’s aber nicht. Ihr müsst euch euer Essen selbst zusammensuchen. Ich leb‘ jetzt glutenfrei, ich hab nicht mal Brot! 😀 (Ist auch ungesund für Entenbäuche).
Aber fotografieren will ich euch trotzdem. Zeigen, wie niedlich ihr über das Eis watschelt, leicht schlitternd, euch dann zufrieden ins Nass senkt, hindurch paddelt und euer Bürzel in die Höhe streckt. Wie leuchtend orange eure Patschefüße sind, wie vertrauensvoll der Blick.






Schreib- und Wichteltag im Kotten
Einen Ausflug hab ich dann doch gemacht: Zusammen mit meinen Autor*innen in den Kotten, wo wir schon im Sommer 2025 waren. Wir wichteln zu Weihnachten Geschichten und lesen sie uns im Januar vor (wenn der Weihnachtstress vorüber ist). Meine Kurzgeschichte ist mit über fünf Normseiten gar nicht so kurz geworden – für meine Verhältnisse. Sie zu schreiben hat sich wie ein Kurzurlaub von meinen Romanprotagonist*innen angefühlt: Endlich mal über jemand anders schreiben. Als ob man seeehr viel Zeit mit schrulligen Freunden verbringt, und dann mal jemand anderen trifft.
Nach ein paar Stunden war das Kaminzimmer warm – eine kleine Hitzeinsel inmitten eines durchgefrorenen alten Bauernhauses im Nirgendwo. Darin acht Menschen mit Laptops und Zetteln, ein treu guckender Hund und viele Snacks. Der Tag ging viel zu schnell rum.



Eisenbahn-Recherchen
Im Sessel am Kaminfeuer tippe ich also eine Szene ein. In meinem Kopf hab ich Material. Das ist die beste Ausgangssituation. Am Wochenende zuvor war ich nämlich bei einer Modellbahnausstellung. Wie schon einmal geschrieben: Es geht in meinem Roman auch um Modelleisenbahnen, ja, ja. Und jetzt kommt ein Bild von Enten im sogenannten h0-Format:

Zwölf Menschen arbeiten an dem Modell, das auf dem selbst sanierten Dachboden eines ehemaligen Klosters steht. Einer davon hat mich an jenem Sonntag ausgiebig mit Informationen über die Elektronik, all die liebevollen Details und die Welt des Modellbaus versorgt.



Danach hatte ich fast Lust, selbst was zu bauen. Fast. Dann hab ich es doch im Kopf gebaut und in die Tastatur getippt 🙂
Und weil es so schön war, erwähne ich noch das letzte Januar-Highlight: Schlitten fahren!! Über nebenan.de habe ich zwei ganz klassische Holzschlitten von Nachbarn ausleihen können und dann ging es auf die mittlerweile vereiste Piste! Da sag mal jemand, Norddeutschland hätte keine Berge…



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